Ein Duales Studium bei der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren? Wir haben es gemacht! 

Mai 27, 2024 | Ausbildung und Karriere

Sophia Diehl und Daniel Krop im Interview über berufliche Orientierung, Duales Studium und die Übernahme bei der Lebenshilfe.
Sozialarbeiterin Sophia Diehl und Daniel Krop vom pädagogischen Fachdienst haben eines gemeinsam: Sie haben beide ein Duales Studium bei der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren absolviert. Welche Chancen und Möglichkeiten das mit sich bringt, haben sie Werkstudentin Lea Pfeifer, aus der Abteilung Kommunikation und Presse, in einem Interview erzählt.

Sophia, wie kamst du zur Lebenshilfe?
Sophia: Also mir war eigentlich schon immer klar, dass ich im sozialen Bereich arbeiten möchte. Ich habe auch in der FOS (Fachoberschule) schon den sozialen Zweig gewählt. Dann habe ich mich so ein bisschen umgehört, was ich danach machen könnte. Ich war mir noch nicht sicher, was das Richtige für mich ist. Deshalb wollte ich einen Bundesfreiwilligendienst machen und die Lebenshilfe war halt sehr bekannt hier und dann habe ich damals angefragt und bin so auf die Stelle im Inklusionsdienst als Schulbegleitung gekommen.

Und wie war das bei dir, Daniel?
Daniel: Bei mir ist das eigentlich auch ähnlich, nur ohne den Bufdi. Ich war auch an der FOS im Sozialzweig und durch die Praktika, die man da gemacht hat, habe ich dieses duale System kennengelernt. Das hat mir so gut gefallen, da ich einen passenden Studiengang mit viel Praxisnähe gesucht habe. So hat sich dann das duale Studium bei der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren ergeben.

Wieso hast du dich für ein Duales Studium entschieden, Sophia?
Sophia: Das hat sich aus meinem Bufdi heraus entwickelt. Die Lebenshilfe hatte zu dem Zeitpunkt noch überhaupt keine dualen Studierenden. Also ich war quasi die allererste, die das in dem Rahmen angeboten bekommen hat. Das war damals eine Riesenehre für mich. Mir war klar: Ich will Soziale Arbeit studieren. Aber mir hat immer die Praxis gefehlt. Dann habe ich mich nach Alternativen zum klassischen Studium umgehört und bin auf die duale Hochschule in Baden-Württemberg gestoßen, die dieses Modell angeboten hat. Also immer 3 Monate Praxisphase und 3 Monate Theoriephase. Nur gab es da eben ganz wenige Praxispartner, die das angeboten haben. Eine Kollegin hat das damals dann erfahren und irgendwann kam Geschäftsführer Klaus Prestele auf mich zu und meinte: Hey Sophia, wir sehen was du hier für gute Arbeit machst und wir würden es dir gerne ermöglichen. Und so kam es, dass die Lebenshilfe neuer Praxispartner von der Dualen Hochschule in Heidenheim wurde.

Und wie lief dein Studium dann ab?
Sophia: Ich habe Sozialmanagement studiert. Das ist ein vertiefender Studiengang, also Soziale Arbeit mit betriebswirtschaftlichen Themen vereint. Meinen Bachelor habe ich als Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin gemacht. Das Studium war so aufgebaut, dass es eben nicht diese offiziellen Semesterferien, wie jetzt eben im normalen Studium gab, sondern man hatte drei Monate Schule in Heidenheim und dann drei Monate Praxis im Betrieb. In der Praxisphase weiß man, dass der Abend oft für die Hausarbeiten, Übungen oder Lernen verplant ist. Das ist manchmal sehr anspruchsvoll. Aber trotzdem ist es wirklich attraktiv, weil man halt durchgehend Geld verdient. Also man bekommt sowohl wenn man in der Schule ist als auch in der Praxisstelle durchgängig sein festes Gehalt. Und man hat natürlich auch eine gewisse Anzahl an Urlaubstagen.

Daniel, wie war das bei dir mit dem Studium?
Daniel: Ich war an einer anderen Hochschule, also hatte ich auch ein anderes Unisystem. Ich war an der IU in Augsburg. Das ist eine private Hochschule. Die gibt es deutschlandweit, auch im Fernstudium. Das ist so ein riesiges Uni-Netzwerk.
Bei mir waren es drei Tage die Woche Praxis, also an der Arbeitsstelle, und zwei Tage an der Hochschule in Augsburg. Das war für mich angenehmer, weil ich wusste, man ist drei Tage in der Arbeit und fokussiert sich darauf. Manchmal hatte man dann vielleicht abends noch eine Hausarbeit vor sich, aber Donnerstag und Freitag bin ich immer an der Hochschule gewesen und das war dann auch ein bisschen Ausgleich für mich.

Habt ihr dann innerhalb der Praxiszeit eure Arbeitsbereiche bei der Lebenshilfe auch mal gewechselt?
Daniel: Ja, die Lebenshilfe hat uns da die Möglichkeit gegeben, wirklich Vieles auszuprobieren. Also ich war immer für einen etwas längeren Zeitraum in den verschiedenen Bereichen. Man hat dann die Möglichkeit etwas selber zu tun und nicht nur mitzulaufen. In einem zweiwöchigen Praktikum ist es immer schwierig den Bereich richtig kennenzulernen und zu wissen, ob man da später arbeiten will.

Was genau macht ihr jetzt in der Lebenshilfe und seid ihr damit glücklich?
Sophia: Also ich bin im Gruppendienst in der HPTse (Heilpädagogische Tagesstätte für Kinder und Jugendliche mit Förderschwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung) seit dem 1. Dezember 2023. Wir betreuen hier die Kinder nach der Schule. Und ich habe im Gruppendienst dann noch eine eigene Hausaufgabengruppe. Das sind fünf Kinder, für die ich dann primär zuständig bin und übernehme auch die Elternarbeit. Das bedeutet viel Austausch mit den Eltern, auch Hausbesuche, Vernetzungsarbeit mit Schulen und Lehrer*innen und natürlich die Unterstützung und Betreuung im Alltag. Damit bin ich sehr glücklich. Ich bin froh, dass es das geworden ist.

Daniel: Ich bin erst sehr frisch da. Ich habe zum 2. April 2024 angefangen und habe jetzt die Stelle im sozialpädagogischen Fachdienst im Bereich Wohnen. Ich bin für mehrere Wohnheime und die Bewohner*innen zuständig und mache sowas wie die Kostenübernahme, Neuaufnahmegespräche oder wenn jemand umzieht, dann bin ich der Ansprechpartner und kümmere mich um alle Angelegenheiten zum Thema Wohnen. Ich bin immer im Kontakt mit dem Bezirk, mit den Kostenträgern, mit der Pflegekasse, manchmal natürlich auch mit der Werkstatt oder mit den Sozialdiensten. Also alles, was die Menschen betrifft, die bei uns wohnen. Ich habe wirklich den Fokus auf die Bewohner. Es geht um das Miteinander, wie es den Leuten geht.

Würdet ihr sagen, das Duale Studium hat euch den Einstieg erleichert?
Daniel: Auf jeden Fall. Was viel gebracht hat, ist die Netzwerkarbeit. Das merkst du beim Kontakt mit der Werkstatt oder mit der Verwaltung der Lebenshilfe. Aber auch Kontakte zu Externen, die ich bei den Offenen Hilfen gesammelt habe, haben mir viel geholfen. Dadurch weiß man von vielen Leuten und die kennen dich auch schon. Das ist sehr hilfreich.

Sophia: Ja, das sehe ich genauso. Du hast hier gestartet und kennst die Strukturen und man kennt auch schon so viele Mitarbeitende. Also wenn ein Name fällt, kannst du den direkt zuordnen und hast ein Bild im Kopf. Das hat mir den Einstieg sehr erleichtert. Und es nimmt natürlich auch Druck weg, wenn man dann direkt übernommen wird durch das Duale Studium und nicht noch auf Stellensuche gehen muss.

Wie blickt ihr auf eure Zukunft bei der Lebenshilfe?
Sophia: Also bis jetzt bin ich eigentlich wunschlos glücklich. Ich habe auch nicht vor, von der Lebenshilfe wegzugehen. Ich bin seit meiner Bufdi-Zeit bis jetzt geblieben, das hat ja was zu heißen. Ich bin stolze Mitarbeiterin der Lebenshilfe. Klar man weiß nie, wo der Weg hinführt, aber Stand jetzt bin ich glücklich, so wie es ist.

Daniel: Das würde ich auch so unterschreiben. Ich komme selber aus Kaufbeuren, da ist halt die Nähe da und ich möchte jetzt auch nicht irgendwo weiter weg arbeiten.

Habt ihr noch Tipps für Leute, die gerade mit ihrem Studium fertig sind und nicht wissen, was sie machen sollen? Zu wem passt der soziale Beruf?
Sophia: Es gibt so viele unterschiedliche Möglichkeiten im sozialen Bereich. Mir hat dabei der Bundesfreiwilligendienst sehr viel gebracht. Da war ich in der Schulbegleitung als Springerin unterwegs und habe so viele verschiedene Kinder erlebt, dass mir dann nochmal klar geworden ist, ich könnte mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen doch gut vorstellen. Davor dachte ich immer, ich will nur mit Erwachsenen arbeiten. Natürlich kann es im sozialen Bereich herausfordernd sein, aber ich finde, daran wächst man ja auch und gerade wenn man so ein Duales Studium macht wie wir, dann ist das eigentlich genau die Möglichkeit, um herauszufinden: Was liegt mir? Was liegt mir nicht? Und das Wichtigste ist, dafür offen zu sein und alles an Erfahrungen mitzunehmen, was geht.

Vielen Dank für das Gespräch!

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