Trotz Beeinträchtigung auf den 1. Arbeitsmarkt

Jan 12, 2024 | Ausbildung und Karriere

Richard Karg (links) arbeitet auf einem Außenarbeitsplatz beim Family Store in Neugablonz. Das Team rund um Geschäftsleiter Matthias Malzkorn nimmt auf jede Person individuell Rücksicht, so auch auf die Beeinträchtigungen des 25-Jährigen. 

Betriebliche Inklusion der Wertachtal-Werkstätten gGmbH vermittelt erfolgreich an den Family Store Neugablonz.

Richard Karg arbeitet seit Juni 2023 im Family Store in Neugablonz, einem Secondhand-Kaufhaus der humedica-Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“. Nachdem er gemeinsam mit seinen Kolleg*innen jeden Morgen dafür sorgt, dass die ersten Kund*innen ein sauberes Geschäft und sorgfältig präsentierte Artikel vorfinden, verbringt der 25-Jährige den Großteil seines Arbeitstages im Lager. Hier werden die abgeholten Möbel sortiert und eingelagert sowie bei Bedarf geprüft und repariert. „Jedes Möbelstück bekommt eine zweite Chance“, erklärt Karg. Am liebsten ist er selbst dabei, wenn die Möbel bei Privatpersonen abgeholt werden.

Das Team kann Rücksicht nehmen

„Richard ist hier der positivste Fall, er lässt sich auf alles ein“, erläutert Matthias Malzkorn, Geschäftsleiter des Family Store. Regelmäßig arbeiten hier Menschen, die auf dem 1. Arbeitsmarkt keinen Platz finden. So auch Karg, der bei den Wertachtal-Werkstätten gGmbH in Kaufbeuren beschäftigt ist, aber im Family Store einen Außenarbeitsplatz gefunden hat. Hier kann das Team auf jede Person individuell Rücksicht nehmen, so auch auf die Beeinträchtigung des 25-Jährigen.

Wie die Beschäftigung zustande kam, erinnert sich Markus Riezler, einer der Jobcoaches der Betrieblichen Inklusion bei den Wertachtal-Werkstätten: „Richard kam auf uns zu mit dem Wunsch nach einem Außenarbeitsplatz.“ Als die Idee aufkam, diesen im Family Store zu realisieren, konnte Karg nach einem gemeinsamen Gespräch Anfang Februar 2023 sein erstes Praktikum absolvieren. Es stand fest, dass Betrieb und Mitarbeiter zueinander passen und es folgte ein Qualifizierungspraktikum, welches mittlerweile in einem zunächst befristeten Außenarbeitsplatz mündete.

Beim gesamten Prozess wurden Karg und der Family Store von der Betrieblichen Inklusion der Wertachtal-Werkstätten unterstützt. Regelmäßig finden Reflexionsgespräche statt. „Oft gibt es Veränderungen, im positiven und im negativen Sinn“, erklärt Riezler. „Wir wollen darauf reagieren, um Wege für Entwicklungen für den Mitarbeiter mit Beeinträchtigung offen zu halten.“

Langfristige Übernahme in Aussicht

Karg hat mittlerweile die Perspektive auf eine langfristige Übernahme, will aber trotzdem im Außenarbeitsplatz-Verhältnis bleiben und vom Schutz der Werkstatt profitieren. Dass er im Family Store tätig ist, macht ihn mehr als stolz. „Ich habe zwar eine Beeinträchtigung, aber ergreife trotzdem die Chance, auf dem 1. Arbeitsmarkt zu arbeiten“, betont er. Allen Menschen mit Beeinträchtigung, die einen Außenarbeitsplatz in Erwägung ziehen, rät er: „Probiert es, lasst euch inspirieren und dann wird man sehen, was daraus werden kann.“

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