Patricia – Große Balken und Maschinen in der Schreinerei

Mit einem kräftigen Ruck öffnet sich das Rolltor der Schreinerei der Wertachtal-Werkstätten in Marktoberdorf und Patricia Bayrhof (22) kommt mir entgegen. Voller Energie strahlt sie mich an: „Na dann wollen wir mal los!“, sagt sie und steuert ihren Rollstuhl in Richtung Besprechungsraum. Dort führen wir erst ein kurzes Interview, während dem wir aber schon bald merken, dass wir uns lieber an Patricias Einsatzort, der Schreinerei, weiter unterhalten wollen – so viele Maschinen und Gegenstände bevölkern ihre Erzählungen, dass es ohne Anschauungsmaterial schwer fällt, zu folgen.
Seit August 2024 arbeitet Patricia in der Schreinerei der Wertachtal-Werkstätten in Marktoberdorf und fühlt sich dort richtig wohl. Zuvor war sie kurzzeitig in der Montagegruppe, aber da hat es für sie nicht gepasst. Sie wendete sich an ihre Gruppenleitung und den Sozialdienst und konnte über einen Versetzungsantrag innerhalb der Werkstatt die Stelle wechseln. „Warum gerade die Schreinerei?“, wollte ich von Patricia wissen. „Ich wollte einfach ein bisschen mehr Männer um mich haben“, war ihre direkte Antwort.
In der Schreinerei schätzt sie besonders, dass sie mit anpacken kann. Egal ob große Balken hobeln, Kanthölzer schleifen oder Paletten mit dem Brennstempel markieren. Dabei hat sie bei vielen Aufgaben ihre eigene Technik entwickelt: „Was andere mit Beinkraft machen, mach ich mit der Bauchkraft und wenn’s zu schwer wird, hol ich mir Hilfe.“ Das gilt zum Beispiel für die schweren Nagelpistolen, die von der Decke hängen.

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