Krisen treffen Menschen mit Behinderung besonders hart

Nov 30, 2023 | Themen

Auch in Zeiten der Krise ist es wichtig, sich weiter für die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung einzusetzen. Bildnachweis: Lebenshilfe / David Maurer, 2016

 

Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren e.V. zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3.12.

Es gibt viele internationale Gedenk- und Aktionstage, die auf einen Sachverhalt verweisen, der eine gute Entwicklung oder einen befriedigenden Sachstand vorweisen kann. „Leider kann man das beim 1993 von der UNO eingeführten internationalen Tag der Menschen mit Behinderung nicht sagen“, bedauert Wolfgang Neumayer, 1. Vorsitzender der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren e.V.

Die vielen Kriege und Krisen weltweit treffen Menschen mit einer Beeinträchtigung oft besonders hart – sei es die Klimakrise, Hass und Ausgrenzung, militärische Auseinandersetzungen oder wirtschaftliche Krisen. Oft sind sie zum Beispiel wirtschaftlich schlechter abgesichert oder ihre Rechte und Bedürfnisse treten in Krisenzeiten schnell in den Hintergrund. Aber wie soll ein Mensch mit Beeinträchtigung in einem von Armut geschüttelten Land seine Ernährung und medizinische Versorgung sicherstellen? Wie flüchtet ein Rollstuhlfahrer, wenn Terroristen anrücken? Wovon lebt ein Mensch mit geistiger Behinderung ohne Arbeit in einem Land, in dem es keine soziale Grundversorgung gibt?

Bedürfnisse in Bedrohungssituationen nicht vergessen

„Der 3. Dezember sollte uns deshalb daran erinnern, dass wir die Gefahren dieser Welt minimieren müssen, ebenso wie alle Barrieren, die es den Menschen mit Beeinträchtigung erschweren, ihr Leben gut zu führen“, betont Neumayer: „In Bedrohungssituationen jeder Art dürfen wir ihre Bedürfnisse nicht vergessen.“

Das gelte auch für Deutschland. Zwar gibt es ein weitreichendes Hilfesystem, jedoch weist es Lücken auf. Zudem ist die Bereitschaft, diese Hilfen ausreichend zu finanzieren, rückläufig. Die von der Politik zu Recht geforderte Inklusion stockt, weil Verwaltungsapparate sich nicht bewegen und die benötigten Mittel nicht bereitgestellt werden. Viel zu selten werden Menschen mit Beeinträchtigung nach ihren eigenen Vorstellungen gefragt. Von einer Normalität seien wir weit entfernt, wie die Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren betont.

Für Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention einsetzen

Der internationale Tag der Menschen mit Behinderung fordert uns dazu auf, uns trotz aller Herausforderungen der Zeit weiter für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention einzusetzen. „Wir von der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren werden das mit Nachdruck tun“, so Neumayer. Klappen kann das nur, wenn möglichst viele Menschen ohne Beeinträchtigung solidarisch dabei mitwirken. Auch daran erinnert uns der internationale Tag der Menschen mit Behinderung.

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