Inklusives Schwimmen in Marktoberdorf

Jul 20, 2022 | Projekte

Bildunterschrift: Kleinere Gruppe und längere Beckenzeit – beim ersten inklusiven Schwimmkurs in Marktoberdorf konnten Kinder mit einem höheren Förderbedarf nach ihren Bedürfnissen schwimmen lernen. Ermöglicht wurde dies durch Initiative der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren (rechts im Bild Sportkoordinator Sebastian Klee), Gerry Kögel vom Hallenbad Marktoberdorf (links) und Marktoberdorfs 2. Bürgermeister Wolfgang Hannig (zweiter von rechts).

Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren startet Kurs für Kinder

„Die Nachfrage ist immens, schon im Herbst möchten wir mit dem nächsten inklusiven Schwimmkurs starten,“ freut sich Sebastian Klee vom Inklusiven Sport der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren über die Resonanz des ersten Schwimmkurs für Kinder mit einem höheren Förderbedarf in Marktoberdorf. Möglich wurde dieser Kurs zum einen durch das Engagement von Gerry Kögel, Betriebsleiter des Hallenbads in Marktoberdorf und zum anderen durch die politische Unterstützung von Marktoberdorfs 2. Bürgermeister Wolfgang Hannig. Bereits seit Jahren bemüht sich die Lebenshilfe, inklusive Schwimmkurse in der Region aufzubauen. Denn viele Familien mit Kindern, die z.B. durch Autismus oder Entwicklungsverzögerungen einen höheren Förderbedarf haben, tun sich schwer, Schwimmkurse für den Nachwuchs zu finden. „Wir suchen seit zwei Jahren und jetzt endlich hat es geklappt,“ beschreibt eine Mutter ihre Bemühungen, ihren siebenjährigen Sohn in einen regulären Schwimmkurs zu integrieren.

Kleinere Gruppe und längere Beckenzeit – was so einfach klingt, benötige laut Klee einiges an Vorlauf. „Umso schöner, dass wir mit der Stadt Marktoberdorf einen so offenen Partner gefunden haben.“ Die Lebenshilfe hofft durch das Angebot in der Kreisstadt Impulse von weiteren Gemeinden in der Region. Daneben sollen Stück für Stück auch in anderen Sportarten – insbesondere auch in Ballsportarten wie Tischtennis oder Fußball – inklusive Sportprojekte starten. Seit über 15 Jahren verfügt die Lebenshilfe über einen eigenen Sportbereich, mittlerweile sind über 120 Athletinnen und Athleten in 20 Sportarten aktiv. Doch der Träger setzt verstärkt auf inklusive Angebote, um Menschen mit einer geistigen, seelischen und/oder körperlichen Beeinträchtigung in regulären Vereinen in der Region zu integrieren. Der Aufbau von Kooperationen mit und Beratung von Vereinen zählen zu den Schwerpunkten von Sebastian Klees Aufgaben bei der Lebenshilfe. Er fungiert als Schnittstelle zwischen Menschen, die auf der Suche nach inklusiven Angeboten sind und Vereinen. „Es ist wichtig, hier allen Partnern vertrauensvoll zur Seite zu stehen, um so mögliche Barrieren bereits im Vorfeld zu vermeiden,“ beschreibt Sebastian Klee. Immerhin verpflichte allein das Bundesteilhabegesetz rein rechtlich schon dazu, vermeintliche Randgruppen der Gesellschaft zu integrieren und Inklusion aktiv zu gestalten. Gefördert wird der Inklusive Sport bei der Lebenshilfe durch die Aktion Mensch.

Um die vielfältigen Angebote umsetzen zu können, sucht die Lebenshilfe Freiwillige und Helfer. „Jede und jeder kann sich hier einbringen, z.B. um regelmäßige Trainings, aber auch einzelne Sporttage und Sportprojekte gemeinsam umzusetzen und aufrecht zu erhalten,“ ermutigt Klee Interessierte, mit ihm in den Austausch zu gehen. Ebenso sei der Sportbereich auf Spenden angewiesen, um den Sportbetrieb am Laufen zu halten.

Sie haben Interesse an den Angeboten des Inklusiven Sports der Lebenshilfe, möchten als Verein unverbindlich in den Austausch gehen oder sich ehrenamtlich engagieren? Sie erreichen das Sportteam der Lebenshilfe unter [email protected]
Weitere Infos unter www.lebenshilfe-oal.de

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