EnAIble²: KI-Assistenzsystem wird zur Selbstlerner-Plattform – Wertachtal-Werkstätten starten nächste Projektphase

Es freuen sich auf Fortsetzung des Projekts EnAIble (v.l.n.r.): Beatrice Janik, Qualitätsmanagementbeauftrage und Datenschutzkoordinatorin Wertachtal-Werkstätten, Benedikt Müller, Projektleiter IDF, David Ketzer, Fertigungssteuerung Wertachtal-Werkstätten, Anja Hofmann, Projektkoordinatorin IDF, Bernhard Tippelt, Team- und Gruppenleiter Wertachtal-Werkstätten und Johann Meichelböck, Betriebsrat Wertachtal-Werkstätten.
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts EnAIble, im vergangenen Jahr, gehen die Wertachtal-Werkstätten gemeinsam mit dem Institut für Datenoptimierte Fertigung (IDF) nun den nächsten Schritt: Im Rahmen des Folgeprojekts EnAIble² wird das bestehende KI-gestützte Assistenzsystem zur Qualitätskontrolle von Schraubensets so weiterentwickelt, dass Beschäftigte aus einer Montagegruppe eigenständig neue Bauteile und Fehlerbilder einlernen können – ganz ohne Programmierkenntnisse. Der Startschuss fiel jetzt mit einem Kick-off-Meeting am vergangenen Dienstag, bei dem Beschäftigte, Gruppenleitungen, Betriebsrat und Forschungspartner*innen die nächsten Schritte planten.
Von der Nutzung zur Gestaltung: KI wird niedrigschwellig zugänglich
Im Vorgängerprojekt EnAIble entstand ein prototypisches KI-System, das Beschäftigten mit Beeinträchtigung die selbstständige optische Qualitätskontrolle von Schraubenpäckchen ermöglicht. Bisher konnte das System bei 14 verschiedenen Schraubensets unterstützen, doch bei Produkterweiterungen oder Änderungen an Bauteilen waren die Teams auf externe Expert*innen angewiesen.
Hier setzt EnAIble² an: Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines intuitiven No-Code-Interfaces, das es Gruppenleitungen und Beschäftigten ermöglicht, durch einfache Interaktionen mit einer intuitiven Benutzeroberfläche neue Schraubensets in das KI-System aufzunehmen. Das Besondere: Die KI soll dabei lokal auf dem System trainiert und erweitert werden. „Wir möchten eine Systemarchitektur entwickeln, die schnell und ressourcenschonend eine Erweiterung des Systems ermöglicht“, betont Benedikt Müller, Projektleiter am IDF. „Unser Konzept verzichtet bewusst auf teure Hightech-Lösungen und schafft stattdessen mit geringem Zeiteinsatz der Nutzenden einen klaren Mehrwert“.
Digitalisierung als Chance für Teilhabe
Das Projekt zeigt, wie Technologie Barrieren abbauen kann: Durch die Bedienbarkeit des Systems durch den Nutzenden entstehen neue Spielräume für selbstbestimmtes Arbeiten. „Für unsere Beschäftigten bedeutet das mehr Übernahme verantwortungsvoller Arbeitsschritte und mehr Abwechslung“, sagt Bernhard Tippelt, Team- und Gruppenleitung. „Die Beschäftigten können nun den Arbeitsprozess der Schraubensets eigenständig umsetzen, bis hin zur Verpackung. Es geht um Eigenverantwortung und darum, dass Technologie allen zugutekommt.“
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