Ein halbes Jahr SPZ Allgäu: Ein Ort, der Familien entlastet

Juli 14, 2025 | Themen

Martha freut sich bei ihren Besuchen im SPZ besonders über die vielen bunten Spielangebote, ihre Familie schätzt die gut abgestimmte, interdisziplinäre medizinische Versorgung.

Seit einem halben Jahr ist das neue Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) in Marktoberdorf geöffnet und für viele Familien von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen mit chronischen neurologischen Erkrankungen in der Region bereits unverzichtbar. So auch für Martha und ihre Eltern. Die Sechsjährige lebt mit einer mehrfachen Beeinträchtigung. Ihre Eltern sind dankbar, dass sie nun wohnortnah und umfassend betreut werden kann.

„Für uns ist die kurze Anreise ein Geschenk“, erzählt Marthas Mutter. „Wir fahren zwanzig Minuten – früher mussten wir bis nach Augsburg oder München.“ Die weiten Wege waren oft kräftezehrend. In großen Kliniken fühlten sie sich wie „eine Nummer, die durchgeschoben wird“. Ganz anders in Marktoberdorf: Hier erleben sie echte Zuwendung, kurze Wege, schnelle Rückrufe und eine ruhige Atmosphäre.

Alles unter einem Dach

Das SPZ Allgäu bietet medizinische Diagnostik, Beratung und Behandlung unter einem Dach. Ein großer Vorteil für Familien: „Man muss nicht immer wieder von vorne seine Geschichte erzählen. Die Fachleute stimmen sich untereinander ab. Das nimmt unglaublich viel Druck“, bestätigt Marthas Mutter.Das multiprofessionelle Team des SPZ besteht aus Neuropädiater*innen, Kinderärzt*innen, Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen und Therapeut*innen. Es bietet medizinische Diagnostik, Beratung zu Hilfsmitteln, entwicklungspsychologische Untersuchungen, sozialrechtliche Unterstützung und Vieles mehr.

Hinzukommen besondere Angebote wie die Frühgeborenen-Nachsorge, die Behandlung bei schwer einstellbaren Epilepsien oder – bald – eine Botulinumtoxin-Therapie bei Spastik. Seit 1. Juli komplettiert das Team des SPZ außerdem eine Kinderärztin mit dem Angebot einer interdisziplinären Sprechstunde „Bewegungsstörung“. Ab September soll eine interdisziplinäre neuroorthopädische Sprechstunde angeboten werden.

Eine große Entlastung für Familien

Auch organisatorisch entlastet das SPZ: „Ich wurde zurückgerufen, nachdem ich auf den Anrufbeantworter gesprochen hatte – das ist mir in all den Jahren ehrlich gesagt noch nie passiert“, sagt Marthas Mutter. Dazu eine ruhige, reizarme Umgebung, kurze Wartezeiten, feste Ansprechpartner*innen. Selbst telefonische Termine sind möglich – ein Segen, wenn im Alltag mit einem Kind mit hohem Unterstützungsbedarf jede Fahrt eine Herausforderung bilden kann.

Das Fazit von Marthas Familie: „Man fühlt sich verstanden, nicht nur medizinisch, sondern auch menschlich. Alle sind freundlich, ruhig, und nehmen sich Zeit. So entsteht eine Atmosphäre, die auch für das Kind entspannend ist. Das macht einen riesigen Unterschied. Und dazu kommt, dass hier im Wartezimmer Familien sitzen, die ähnliches erleben. Da ist sofort ein anderes Verständnis da.“

Nach einem halben Jahr zeigt sich: Das SPZ Allgäu ist nicht nur eine medizinische Einrichtung, sondern ein sicherer Ort für Familien, die oft lange nach passender Unterstützung gesucht haben. Ein Ort, an dem Kinder wie Martha nicht nur behandelt werden – sondern im Mittelpunkt stehen.

Gefördert durch die Aktion Mensch

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