„Berührt euch!“ – Lebenshilfe setzt Zeichen für sexuelle Selbstbestimmung

Mai 11, 2026 | Veranstaltungen

Teilten beim Live-Podcast ihre Erfahrungen und diskutierten darüber, wie sexuelle Selbstbestimmung gelingen kann: (v.l.n.r.) Florian Gleich (Moderation), Ellen Schmidt, Maximilian Hirning, Hanna Keßler, Julia Hammerstiel (Moderation)

Anlässlich des jährlich am 5. Mai stattfindenden „Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ lud die Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren am vergangenen Freitag zu einem besonderen Veranstaltungsformat ein: „Berührt euch! Talk x Punk“

Ein Menschenrecht, über das zu selten gesprochen wird

Unter dem diesjährigen Motto des Protesttags „Menschenrechte“ widmete sich die Lebenshilfe dabei einem Recht, das häufig übersehen oder tabuisiert wird: dem Recht auf geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung.
Selbstbestimmung gehört zu den zentralen Themen der Arbeit der Lebenshilfe. Gerade im Bereich von Sexualität und geschlechtlicher Identität zeigt sich jedoch immer wieder, wie herausfordernd ein offener und selbstverständlicher Umgang in Bezug auf Menschen mit Beeinträchtigung damit in unserer Gesellschaft noch ist. Umso wichtiger war es der Lebenshilfe, diesem Thema Raum zu geben. In den Räumlichkeiten des Vereins SUPERTECTURE im Kaufbeurer Kaisergässchen kamen dazu rund 65 Gäste zusammen.

Podcast-Talk über Sichtbarkeit und Selbstbestimmung

Der Abend begann mit einer Live-Folge des Podcasts „Berührungspunkte“. Dieser wurde vor gut einem Jahr ins Leben gerufen, um – wie der Name bereits sagt – möglichst viele Berührungspunkte mit den Menschen und Themen der Lebenshilfe zu schaffen. Denn das Berührungspunkte-Team ist davon überzeugt: Echtes Verständnis und Bewusstsein füreinander entstehen nur dort, wo Menschen miteinander in Kontakt kommen.
Für den Talk hatte die Lebenshilfe besondere Gäst*innen eingeladen: Hanna Keßler (Vorständin des Vereins Allgäu Pride e.V. und als Selbstvertreterin dabei), Ellen Schmidt (seit letztem Jahr die Fachstelle für sexuelle Bildung bei der Lebenshilfe) sowie Maximilian Hirning (Gitarrist der Band Sexschweiss). Gemeinsam wurde über Sichtbarkeit, gesellschaftliche Normen, Vorurteile und das Recht gesprochen, die eigene Identität und Sexualität selbstbestimmt leben zu dürfen.

Punk, Begegnung und gemeinsames Feiern

Im Anschluss sorgte die Band Sexschweiss mit provokanten Texten, ehrlicher Haltung und kraftvollem Punk-Sound für ausgelassene Stimmung. Das bunt-gemischte Publikum feierte, tanzte und kam miteinander ins Gespräch. Denn eines zeigte der Abend deutlich: Nichts bringt Menschen so sehr zusammen wie gemeinsames Feiern.

Eine kurze, aber intensive Zeit mit den Athlet*innen aus Aruba
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