50 Jahre Frühförderung bei der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren – Teilhabe von Anfang an

Am 1. November 1975 öffnete die erste Frühförderstelle bei der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren am Sonneneck in Kaufbeuren ihre Türen, um Familien mit Kindern mit Förderbedarf gezielt zu unterstützen. Seit 50 Jahren gibt es diese Einrichtung nun schon, die den vor 61 Jahren als Elterninitiative gegründeten Verein mit am längsten begleitet und das mit einem spürbaren Bedarf: Bereits 1995 kam die Außenstelle in Marktoberdorf hinzu, 2008 folgte Buchloe, 2013 Füssen. Was damals mit großem Engagement begann, ist heute ein zentraler Bestandteil der Lebenshilfe: ein Ort, an dem Teilhabe von Anfang an ermöglicht wird.
„Die Frühförderung gehört wie kaum ein anderer Dienst zu unserer Lebenshilfe“, sagt Karin Bruckmeier, Leiterin der Frühförderstellen Kaufbeuren und Buchloe. „Wir sind stolz darauf, dass wir Familien so umfassend und wohnortnah unterstützen und begleiten können.“ Auch Sigrun Bögle, Leiterin der Standorte Marktoberdorf und Füssen, betont: „Das Miteinander im Team und die Vielfalt der Perspektiven sind unsere größte Stärke. Hier arbeiten Therapeut*innen, Heilpädagog*innen, Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen Hand in Hand. Ihr geballtes Fachwissen kommt den zu fördernden Kindern zugute.“
Heute betreuen rund 60 Mitarbeitende an vier Standorten im gesamten Ostallgäu rund 500 Kinder. Seit den 1970er-Jahren hat sich die Arbeit stark gewandelt: Früher standen Entwicklungsverzögerungen und geistige Beeinträchtigungen im Vordergrund, heute geht es zunehmend auch um die sozial-emotionale Entwicklung. Der Alltag von Familien hat sich stark verändert und die Frühförderung wächst mit. „Wir erleben, dass Kinder früher in Betreuungseinrichtungen kommen, Förderbedarfe also auch früher erkannt werden. Das ist eine gute Entwicklung“, so Bögle.
Im Jubiläumsjahr widmet sich das Team einem hochaktuellen Thema: der Mediennutzung im Vorschulalter. Unter dem Titel „Zwischen Balance und Drahtseilakt – Medienerziehung in der frühen Kindheit“ organisiert das Team am 26. November 2025 eine Fachtagung für ihre Kooperationspartner*innen mit der Medienpädagogin Senta Pfaff-Rüdiger in der Marktoberdorfer Filmburg. Die begleitende Ausstellung „Wartezimmer-Abenteuer“ mit kreativen Ideen zur medienfreien Beschäftigung in Wartesituationen tourt aktuell durch alle vier Frühförderstellen und kann bei den Standortfeiern (s.u.) erlebt werden.
Auch in Zukunft will die Frühförderung ein lebendiger Ort der Entwicklung bleiben. Mit dem „Haus Mosaik“ entsteht aktuell in Füssen ein inklusives Zentrum, das Frühförderung, Kindertagesstätte und Förderstätte unter einem Dach vereint. „Das ist ein Ort, der sinnbildlich zeigt, worum es uns geht: Teilhabe von Anfang an – für alle“, sagt Bruckmeier.
Ihr besonderer Dank gilt dem Bezirk Schwaben, der die wohnortnahe Förderung ermöglicht, sowie der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren, „die innovativ vorausdenkt und mutig neue Wege geht. Das ist eine tolle Basis für unsere Arbeit“, so beide Leiterinnen.
Zum Jubiläum laden die Frühförderstellen zu Standortfeiern für Eltern, Kinder und Kooperationspartner*innen ein. Die nächsten Termine sind am: Fr., 24.10.25, 14-17 Uhr in Marktoberdorf (Märzstraße 12), Fr., 14.11.25, 14-17 Uhr in Buchloe (Kaufbeurener Straße 6) und Do., 20.11.25, 14-17 Uhr in Füssen (Bahnhofstraße 12).
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